CSD Trier

CSD 2016

Vielfalt kennt keine Grenzen

Motto 2016: Vielfalt kennt keine Grenzen

Jeder Mensch hat ein Recht auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit. Jeder Mensch hat ein Recht auf Schutz vor Folter und auf bei Verfolgung auf Asyl. Jeder Mensch hat ein Recht auf Selbstbestimmung, auf Gesundheit, Bildung und Teilhabe am kulturellen Leben. Was für uns in Deutschland selbstverständlich ist, erscheint in anderen Teilen unserer Welt als reine Utopie.

Es stimmt nachdenklich und traurig, dass wieder einmal Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Vertreibung, Folter und Vergewaltigung ihre Heimat verlassen und in weitentfernen Ländern Schutz suchen müssen. Unter ihnen sind auch zahlreiche queere Menschen wie Lesben, Schwule, Bisexuelle und trans*-Menschen, die in ihren Heimatländern aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität brutalster Verfolgung ausgesetzt und mit dem Tode bedroht sind. Der Trierer CSD 2016 steht unter dem Motto „Vielfalt kennt keine Grenzen“. Damit machen wir deutlich, dass queere Menschen auf der ganzen Welt beheimatet sind und ihr Anrecht auf Menschenwürde und Achtung der Menschenrechte nicht bloß weltpolitisches „Randthema“ ist.

Queere Flüchtlinge bedürfen aufgrund erlittener traumatischer Erfahrungen besonderen Schutzes. Flüchtlingshelfer_innen und staatliche Behörden müssen sich der Tabuisierung und Stigmatisierung queeren Lebens in den Herkunftsländern der Refugees stets bewusst sein und auch der Tatsache, dass queere Flüchtlinge selbst in Deutschland Angst vor Verfolgung und Gewalt haben. Menschenverachtung und Menschenfeindlichkeit gegenüber Flüchtlingen und gegenüber queeren Menschen haben die gleiche Wurzel. Wir setzen mit dem Trierer CSD ein Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung, für Weltoffenheit und Menschenfreundlichkeit.

Grußwort zum CSD 2016

Grußwort unseres Schirmherrn Wolfram Leibe, Oberbürgermeister der Stadt Trier

leibe

Mut ist stärker als Wut

Der Christopher Street Day steht in diesem Jahr im Zeichen des barbarischen Aktes der Intoleranz in Orlando. 49 Menschen verloren dort Mitte Juni ihr Leben, weil sie einem Attentäter zum Opfer fielen. Sein einziges Ziel war es dabei offensichtlich, so viele Homosexuelle wie möglich zu töten.

Das schreckliche Ereignis zeigt uns auf dramatische Weise, dass für die Akzeptanz gegenüber jenen Menschen unter uns, die nicht die vorgeblich klassisch-heterosexuelle Lebensform für sich wählten, immer noch jeden Tag aufs Neue geworben werden muss. Mag der erste Impuls nach dem Anschlag auch Wut gewesen sein, so lasst uns lieber gemeinsam mehr Mut wagen. Denn Mut ist stärker als die Wut.

Mut, um indiskutablen Witzen in geselliger Runde zu widersprechen.
Mut, um sich der eigenen oder der fremden Skepsis zu öffnen und Fragen zuzulassen.
Mut, um die Gleichberechtigung für alle Frauen und Männer in unserer Gesellschaft einzufordern.

Solange wir auch in Deutschland noch zwischen Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft unterscheiden, solange sind auch wir in unserem liberalen Land noch nicht am Ziel. Am Ende muss es egal sein, ob Frau eine Frau oder einen Mann liebt oder Mann eine Frau oder einen Mann liebt. Wenn zwei erwachsene Menschen aus freien Stücken Verantwortung füreinander übernehmen wollen, dann sollte der Staat ihnen keine Steine in den Weg legen.

Und es ist die Aufgabe jedes einzelnen, sich für ein gesellschaftliches Klima der Akzeptanz einzusetzen. Bewusste Ausgrenzungen von Lesben und Schwulen oder sogar brutale Gewalt aufgrund von sexuellen Orientierungen können in unserer Gesellschaft in keiner Weise geduldet werden. Es muss selbstverständlich werden, dass alle Menschen ohne Furcht das Gefühl der Liebe spüren dürfen.

Für diese Anliegen schafft der CSD die notwendige Aufmerksamkeit – und das ist gut so.

Danke für diesen Mut zum Engagement.